Kein WeTransfer, kein WhatsApp: LocalSend – die kostenlose AirDrop-Alternative für Windows, Mac und Linux

Laptop und Smartphone zeigen Fortschrittsbalken für Dateiübertragung mit LocalSend

Kennen Sie das? Eine Kollegin hat ein Dokument auf ihrem Laptop, das schnell auf den Drucker-PC nebenan soll. Der schnellste Weg: kurz an sich selbst mailen, auf dem anderen Gerät öffnen, ausdrucken. Funktioniert – ist aber umständlich, hinterlässt Spuren auf Mailservern und lässt Dateien irgendwo in der Cloud zwischenlagern, die niemand wirklich kontrolliert.

Es geht auch anders. LocalSend ist ein kostenloses, quelloffenes Programm, das genau dieses Problem löst – einfach, schnell und vollständig ohne Internet.

Was ist LocalSend?

LocalSend ist eine Open-Source-Anwendung zum Übertragen von Dateien zwischen Geräten im gleichen WLAN – ohne Cloud, ohne Konto, ohne Registrierung. Das Prinzip ähnelt Apples AirDrop, funktioniert aber auf allen gängigen Plattformen: Windows, macOS, Linux, Android und iOS.

Die App erkennt automatisch alle anderen Geräte im Netzwerk, auf denen LocalSend ebenfalls installiert ist. Ein Klick, Datei auswählen, Empfänger bestätigen – fertig. Die Übertragung erfolgt verschlüsselt direkt zwischen den Geräten, komplett innerhalb des lokalen Netzwerks.

Mit über 5 Millionen Downloads und mehr als 70.000 Sternen auf GitHub gehört LocalSend zu den meistgenutzten Open-Source-Tools seiner Art weltweit.

Warum ist das für KMU relevant?

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen werden Dateien täglich über Wege geteilt, die eigentlich nicht dafür gedacht sind: per E-Mail-Anhang, über private WhatsApp-Gruppen, per USB-Stick oder über kostenlose Dienste wie WeTransfer. Jeder dieser Wege hat Nachteile – sei es mangelnde Kontrolle über den Verbleib der Datei, fehlende Verschlüsselung oder schlicht unnötiger Aufwand.

LocalSend bietet eine saubere Alternative, die sich problemlos im Büroalltag etablieren lässt:

  • Keine Cloud-Abhängigkeit: Dateien verlassen zu keinem Zeitpunkt das lokale Netzwerk. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch datenschutzrechtlich sauber.
  • Keine Konten, keine Lizenzkosten: LocalSend ist vollständig kostenlos und erfordert weder Registrierung noch laufende Abonnements.
  • Plattformunabhängig: Ob Windows-PC, MacBook, Android-Tablet oder iPhone – alle Geräte sprechen dieselbe Sprache.
  • Einfache Bedienung: Wer einmal eine Datei per E-Mail verschickt hat, findet sich in LocalSend ohne Einarbeitung zurecht.

Wie funktioniert LocalSend technisch?

LocalSend nutzt das lokale WLAN, um Geräte automatisch zu erkennen. Die Kommunikation zwischen den Geräten erfolgt über HTTPS, die Daten werden also verschlüsselt übertragen – nicht als Klartext durch das Netzwerk geschickt.

Wer möchte, kann zusätzlich eine PIN-Verifizierung aktivieren: Dann muss der Empfänger den eingehenden Transfer erst bestätigen. Das ist sinnvoll, wenn mehrere Mitarbeiter im gleichen Netzwerk arbeiten und versehentliche Übertragungen vermieden werden sollen.

Die App speichert Dateien standardmäßig im Download-Ordner des Empfängergeräts. Dieser Pfad lässt sich in den Einstellungen anpassen.

Installation und erste Schritte

LocalSend ist über die offizielle Website localsend.org sowie über alle gängigen App-Stores verfügbar – Google Play, Apple App Store, Microsoft Store und Flathub für Linux.

Nach der Installation auf zwei oder mehr Geräten im selben WLAN geschieht der Rest automatisch: Die Geräte erscheinen gegenseitig in der App, sobald sie im gleichen Netzwerk sind. Eine Konfiguration ist nicht notwendig.

Für einen sicheren Bürobetrieb empfiehlt sich:

  • LocalSend auf allen relevanten Arbeitsgeräten einzurichten
  • Die PIN-Verifizierung zu aktivieren, damit Übertragungen bewusst bestätigt werden müssen
  • Den Speicherpfad zentral festzulegen, damit empfangene Dateien immer am erwarteten Ort landen

DSGVO und Datenschutz: Was spricht für LocalSend?

Der Datenschutz-Vorteil von LocalSend liegt auf der Hand: Da keine Daten das lokale Netzwerk verlassen, gibt es keinen externen Anbieter, keinen Cloud-Speicher und keinen Auftragsverarbeiter, mit dem ein Vertrag geschlossen werden müsste. Die Dateien bleiben, wo sie hingehören – im Unternehmen.

Das ist besonders relevant, wenn sensible Daten im Spiel sind: Bewerbungsunterlagen, Mandantendokumente, Vertragsentwürfe oder Finanzunterlagen. Wer solche Dateien bisher per E-Mail oder über externe Dienste geteilt hat, kann mit LocalSend auf eine Lösung umsteigen, die keine Datenschutzfragen aufwirft.

Grenzen von LocalSend

LocalSend ist kein Ersatz für eine strukturierte Dateiablage oder ein Dokumentenmanagementsystem. Es eignet sich für den schnellen, spontanen Datentransfer im selben Netzwerk – nicht für das Teilen von Dateien mit externen Partnern oder über das Internet.

Wer Dateien mit Kunden, Lieferanten oder remote arbeitenden Kollegen teilen möchte, braucht dafür andere Lösungen: etwa eine selbst gehostete Nextcloud-Instanz oder einen verschlüsselten Filesharing-Dienst mit Serverstandort in Deutschland.

Fazit

LocalSend ist ein kleines Tool, das einen echten Alltagsproblem löst – unkompliziert, kostenlos und mit dem richtigen Datenschutz-Ansatz. Gerade für KMU, die interne Dateiübertragungen bisher über E-Mail oder unsichere Dienste abwickeln, ist LocalSend ein einfacher erster Schritt hin zu einer saubereren IT-Hygiene.

Wer wissen möchte, wie eine vollständige, souveräne IT-Infrastruktur für das eigene Unternehmen aussehen könnte, ist herzlich eingeladen, den kostenlosen Kosten-Nutzen-Check zu machen oder direkt Kontakt aufzunehmen.